Die Geschichte der objektorientierten Programmierung
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Früher bestand ein Programm meistens aus einem “begin” am Anfang, dann Befehl auf Befehl und am Ende ein “end”. Die Anwendung wurde einfach von oben nach unten abgearbeitet. Um dynamisch zu bleiben befanden sich im Programm jede Menge Sprünge mit “goto”, um an andere Stellen des Programms zu springen. Später gab es noch weitere Möglichkeiten der Dynamik mit Kontrollstrukturen wie z.B. Verzweigungen oder Schleifen.
In den 60-70er Jahren entstanden jedoch auch neue Konzepte, allen voran das objektorientierte Programmieren(OOP). Denkweise und Begriffe der Objektorientierung zeigten sich zuerst in der Sprache Simula 67, die für Simulationszwecke entwickelt wurde. Der Begriff “Objektorientiert” entstand jedoch wesentlich später in den 80er Jahren, der Durchbruch von OOP kam in den 90er Jahren.
Die Grundidee der Objektorientierung war, Daten (Variablen) und Methoden(Funktionen) möglichst eng in einem Objekt zusammenzufassen und nach außen hin zu kapseln, so dass Methoden fremder Objekte diese Daten nicht manipulieren können. Dadurch soll die Flexibilität und Wiederverwendbarkeit von Code eines Programmes gefördert werden.
die 60er und 70er Jahre
Das erste Konzept davon entwarfen wie gesagt die Entwickler von Simula, dass am Anfang eine Schiffssimulation werden sollte. Durch die unüberschaubar vielen Paramterbeziehungen gab es eine Vielfalt an Möglichkeiten, wie sich die verschiedensten Eigenschaften der Schiffe gegenseitig beeinflussen konnten.
Dabei kam ihnen die Idee, die Schiffstypen als eigenständige Objekte zu behandeln, wobei jedes Objekt für die eigenen Daten und das eigene Verhalten (=Methoden) selbst zuständig war. Im Jahre 1962 wurde eine erste, formale Beschreibung der Programmiersprache in München vorgestellt, bereits zwei Jahre später lief ein erster Prototyp des Simula Compilers. Das objektorientierte Konzept der Sprache hatte im weiteren Verlauf der Geschichte einen großen Einfluss auf die Entwicklung anderer Programmiersprachen.
die 80er Jahre
Mitte der 1980er Jahre wurde OOP immer populärer und viele existierende Programmiersprachen erhielten objektorienterte Erweiterungen, beispielsweise Pascal oder LISP. Angeführt jedoch wurde die Popularität durch den massiven Einfluss von C++, dass als syntaktische Erweiterung der Sprache C konzipiert war und 1983 erstmals vorgestellt wurde.
Weiter gefestigt wurde die Stellung der objektorientierten Programmierung durch die schnell wachsende Beliebtheit der grafischen Bedienoberflächen, die sich objektorientiert sehr einfach programmieren ließen.
die 90er jahre
Auch in den Zeiten des Internets setzte sich der Siegeszug der objektorientierten Programmierung fort. Allen voran ist hier die Sprache Java von der Firma Sun und Visual Basic von Microsoft zu nennen. In dem Zeitraum wurde ebenfalls die Unified Modeling Language (UML) entwickelt, eine Modellierungs Sprache für Software und andere Systeme.
Bei Entwicklungen von Internet-Anwendungen setzten sich zunächst prozedurale Scriptsprachen wie Perl und PHP durch, was wohl an Performance Gründen und der Einfachheit dieser Sprachen liegt. Schließlich mischten im Internet nicht nur professionelle, sondern allen voran auch viele Hobby-Programmierer mit.
heute
Die bekanntesten objektorientierten Sprachen sind heutzutage C#, C++ und Java. Sie unterstützen neben dem objektorientierten auch noch das frühere, prozeduralen Ansatz. Einzig Smalltalk setzt durchgängig auf OOP und macht sogar Zahlen zu Objekten. Auch in frühere Scriptsprachen wie Perl, PHP und Python wurde OOP implementiert, womit man sagen kann dass mit jeder gängigen, modernen Programmiersprache das objektorientierte Programmieren möglich ist.

